Aus den Kliniken



3. Symposium zum Thema „Querschnittlähmung“ in Greifswald

Nur im multiprofessionellen Team effektiv

GREIFSWALD. Das Neurologische Rehabilitationszentrum Greifswald (Mecklenburg-Vorpommern) mit seinem Behandlungszentrum für Querschnittgelähmte feierte sein vierjähriges Bestehen. Als fester Bestandteil des Veranstaltungsprogrammes hat sich das Symposium „Standards in der Behandlung Querschnittgelähmter“ bereits etabliert (der BDH-Kurier berichtete über die Tagungen der beiden letzten Jahre).

Dr. E. Gläser

Die Tagung stand unter der wissenschaftlichen Leitung von Dr. Eberhard Gläser, Chefarzt des Querschnittgelähmtenzentrums in Greifswald.


Auch das diesjährige Symposium wurde vom NRZ Greifswald, der Ernst-Moritz-Arndt Universität Greifswald, dem BDH und dem Förderverein für Querschnittgelähmte M/V gemeinsam veranstaltet. Die Tagung stand unter der wissenschaftlichen Leitung von Dr. Eberhard Gläser, Chefarzt des Querschnittgelähmtenzentrums.

Die Behandlung Querschnittgelähmter ist effektiv nur im multiprofessionellen Team möglich. Die Auswahl der Referenten entsprach auch bei der diesjährigen Tagung diesem Grundsatz, so dass Vorträge aus dem Bereichen Krankenpflege, Psychologischer Dienst, Krankerngymnastik und Sporttherapie zu hören waren und auch Betroffene selbst über ihre Erfahrungen berichteten. Die Veranstalter haben wiederum anerkannte Spezialisten gewinnen können - auch aus den Querschnittgelähmtenzentren in Hamburg und Murnau.

Problem Sexualität

Der erste Teil der Veranstaltung war dem Thema „Sexualität des querschnittgelähmten Mannes“ gewidmet. Dr. Bremer (Greifswald) erläuterte, welche diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten zur Behandlung der erektilen Dysfunktion heute angeboten werden können. Dr. Löchner-Ernst (Murnau) zeigte Wege auf, um auch bei einer erworbenen Querschnittlähmung den Kinderwunsch zu realisieren. Beide Vorträge machten deutlich, dass gerade Themen wie Sexualität und Fertilität vom Behandlungsteam ein Höchstmaß an Einfühlungsvermögen, jedoch auch fachlicher Kompetenz verlangen. Dies wurde auch im Beitrag von Herrn Taubert (Neubrandenburg) deutlich, der aus Sicht eines querschnittgelähmten Mannes sehr anschaulich die Probleme von Partnerschaft und Sexualität, jedoch auch deren Lösungsmöglichkeiten darstellte.

Behindertensportliche Aktivität gilt als wichtiger Faktor bei der sozialen Reintegration Querschnittgelähmter. Seit Inbetriebnahme des NRZ besteht ein enger Kontakt zum Behindertensportverband Mecklenburg/Vorpommern. Dessen Vertreter, Herr Becher und Herr Reich (Rostock), stellten zunächst die Möglichkeiten dar, die sich für Betroffene ergeben, um sportlich wieder aktiv zu werden. Frau Kons, Herr Lemke und Herr Weber (Greifswald) stellten anschließend die derzeit einzige auch für Hochgelähmte mögliche Mannschafts-Sportart vor: Rollstuhl-Rugby. In einem jüngst gegründeten Behinderten-Sportverein formiert sich derzeit in Greifswald eine Rollstuhl-Rugby-Mannschaft, um die Stadt Greifswald und die Region Vorpommern auf nationalen Wettkämpfen zu vertreten.

Dr. Lerch (Nettetal) stellte sehr plastisch seine Erfahrungen im Tauchen mit Behinderten dar. Er betonte, dass der Unterschied zwischen Behinderten und Nicht-Behinderten hier weniger ins Gewicht falle, denn „unter Wasser hat jeder ein Handicap“. Das NRZ Greifswald ist regelmäßig auch Mitveranstalter des jährlich stattfindenden Tauchtages für Behinderte in Greifswald.

Der erste Veranstaltungstag klang mit einem gemeinsamen Abendessen aus, bei dem sich Gelegenheit zum Meinungsaustausch in geselliger Atmosphäre ergab. Mit besonderer Freude begrüßten die Veranstalter Mike Al Becker und seine Band „Die Simulanten“, die mit einem Repertoire von romantischen Bluesballaden bis zu harten Rocknummern zum Mittanzen aufforderten. In seinen meist selbst geschriebenen Texten verarbeitet Mike Al Becker, der nach einem Unfall querschnittgelähmt ist, oft alltägliche Erfahrungen, um das Leben eines Behinderten dem Nichtbehinderten näher zu bringen.

Häufig erleiden Unfallopfer neben einer Wirbelsäulen- und Rückenmarkverletzung auch Extremitäten-Verletzungen. Dr. Gläser ging am Beginn des 2. Tages des Symposiums der Frage nach, ob durch untere Gliedmaßenverletzungen das Rehabilitationsergebnis des Querschnittgelähmten negativ beeinflusst wird. Die Behandlungsergebnisse zeigen eindeutig, dass bei korrekter Versorgung von Begleitverletzungen ein ähnlich gutes Gesamtergebnis erzielt werden kann wie bei allen anderen Patienten.

Individuell vorgehen

Atmungsstörungen sind ein zentrales Problem der Behandlung querschnittgelähmter Patienten, vor allem beim Halsmarkgelähmten. Frau Dr. Wegermann (Kassel) stellte prophylaktische und therapeutische Maßnahmen aus ärztlicher Sicht dar. Sie wies auf die Notwendigkeit hin, jedem Patienten ein individuelles Behandlungskonzept zukommen zu lassen und nicht schematisch vorzugehen. Frau Zölder und Frau Naedler (Greifswald) erläuterten aus Sicht der Krankengymnastik und der Krankenpflege Maßnahmen zur Ökonomisierung der Atmung trotz Querschnittlähmung. Auch aus ihrem Beitrag wurde deutlich, wie wichtig die Zusammenarbeit der einze1nen Berufsgruppen zum Vorteil der Betroffenen ist.

Eine recht konstante Zahl der im Querschnittgelähmtenzentrum behandelten Patienten erleidet eine Rückenmarkverletzung in der Folge eines Selbstmordversuches. Dr. Stein (Greifswald) machte in seinem Vortrag grundsätzliche Ausführungen zum Thema der Suizidalität. Er zeigte auf, wie Selbstmordtendenzen auch von nichtärztlichem Personal erkannt werden können. Herr Kock (Hamburg) ging der Frage nach, ob Suizidalität in der Rehabilitation eine Ausnahme darstelle. Er gab Anregungen, wie das Behandlungsteam mit den Betroffenen umgehen solle.

Fallpauschale verhindern

Zum Abschluss griff Dr. Gläser ein gesundheitspolitisch brisantes Thema auf: Die Behandlung Querschnittgelähmter sei durch die Anwendung eines Fallpauschalensystems gefährdet. Durch die Einführung der DRG seien wesentliche Teile der umfassenden Behandlung Querschnittgelähmter leistungsrechtlich nicht mehr abzubilden. Daher müsse versucht werden, die Anwendung des Fallpauschalensystems auf diese Patientengruppe zu verhindern, um in den Querschnittgelähmtenzentren auch weiterhin die qualitativ bestmögliche Behandlung der Patienten zu gewährleisten.

Dr. Gläser verabschiedete alle Teilnehmer und lud zum 4. Symposium, das für Ende März 2003 geplant ist, wieder nach Greifswald ein.

Die Veranstalter des 3. Symposium in Greifswald konnten nahezu 200 Teilnehmer aus verschiedenen medizinischen Bereichen begrüßen. Neben klinisch tätigen und niedergelassenen Ärzten hatten sich Mitarbeiter/innen aus der Krankenpflege, der Krankengymnastik und Ergotherapie angemeldet, auch Mitarbeiter psychologischer Dienste. Ehemalige Patienten des NRZ und eine Reihe selbst Betroffener hatten die Gelegenheit, sich über aktuell gültige Standards in der Behandlung querschnittgelähmter Patienten zu informieren.

Parallel zur Tagung präsentierten zahlreiche Unternehmen aus den Bereichen Pharmazie, Medizintechnik und Reha-Technik ihre neuesten Produkte im Rahmen einer Industrieausstellung.



Billy Mo

Von schwerer Krankheit gezeichnet: Billy Mo (Mitte) nimmt im Beisein seiner Familie die Ehrung durch Ministerpräsident Sigmar Gabriel (links) in der Neurolgischen Klinik Hessisch Oldendorf entgegen.

Starmusiker erhielt Verdienstkreuz in Klinik Hessisch Oldendorf

Billy Mo für sein vorbildliches Engagement geehrt

HESSISCH OLDENDORF.  Als einen „passionierten Jazzmusiker“, der sich in der europäischen Jazzszene einen Namen gemacht hat, bezeichnete der Ministerpräsident von Niedersachsen, Sigmar Gabriel, Peter Mico Joachim alias „Billy Mo“ (Ich kauf' mir lieber einen Tirolerhut). Gabriel händigte Mo, der sich zur Zeit als Patient in der Neurologischen Klinik Hessisch Oldendorf  aufhält, für seine Verdienste in der Jugendarbeit das Verdienstkreuz Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik aus.

Ministerpräsident Gabriel besuchte während seiner Niedersachsen-Rundreise erstmals die Neurologische Klinik Hessisch Oldendorf. Er zeigte sich anlässlich der Ordensverleihung äußerst beeindruckt und angetan von der Behandlungsleistung und entsprechenden Ausstattung und Ausrichtung der BDH-Klinik.

„Mit großem Arbeits- und Zeitaufwand haben Sie sich der Förderung junger Musiktalente gewidmet“, sagte Gabriel in einer Feierstunde in der Klinik. Dort erholt sich der 79-jährige Musiker von den Folgen einer Gehirnblutung.



Alt-Kanzler Kohl zu Gast im NRZ Greifswald

„Helmut, mach' ein Stück weiter!“



GREIFSWALD. Alt-Kanzler Helmut Kohl (CDU) will das Lebenswerk seiner verstorbenen Frau Hannelore als Chefin des Kuratoriums „Zentrales Nervensystem“ fortsetzen. Während eines Besuchs in dem 1998 eröffneten Neurologischen Rehabilitationszentrum (NRZ) in Greifswald kündigte der 72-Jährige eine persönliche Initiative zugunsten von Unfallopfern an.

Kohl

Alt-Kanzler Helmut Kohl zusammen mit Bundesschatzmeisterin Hella Lebrecht und stv. Bundesvorsitzenden Josef Bauer.


„Wenn Hannelore jetzt hier wäre, würde sie sagen, Helmut, mach' ein Stück weiter“, sagte Kohl vor der versammelten Ärzteschaft. Im kommenden Jahr werde er daher mit Spezialisten deutscher Unfallkliniken nach Greifswald kommen, um die in der Hansestadt erfolgreich praktizierte Kooperation von medizinischer Erstbehandlung und anschließender beruflicher Integration von Querschnittsgelähmten und Schädel-Hirn-Patienten bundesweit einzuführen,

Hannelore Kohl hatte sich zu Lebzeiten als Präsidentin des Kuratoriums ZNS maßgebend für die Errichtung des Schwerpunktversorgungszentrums in Greifswald eingesetzt. In medizinischen Kreisen genieße die frühere Kanzlergattin wegen ihres hohen Sachverstands bis heute höchste Anerkennung, sagte der Greifswalder Mediziner Dr. Michael Gaab.

Der aus Hannover stammende Chirurg war 1992 als Ärztlicher Direktor an die Universität Greifswald gekommen. Das medizinische Notfallsystem der ehemaligen DDR war seinerzeit „katastrophal“, erinnerte er sich. Es fehlte nicht an erfahrenen Ärzten und Schwestern, wohl aber an Kapazitäten der Akutmedizin und der späteren Rehabilitation. In seiner Not hatte er sich damals an Hannelore Kohl gewandt, die Kontakte vermittelte und Finanzquellen erschließen half. Schon wenige Monate später war in Mecklenburg-Vorpommern das erste flächendeckende Telekommunikationsnetz zwischen Krankenhäusern eingerichtet worden. Sechs Jahre später nahm in Greifswald die erste ostdeutsche Rehabilitationseinrichtung für Unfallopfer ihren Betrieb auf, die unmittelbar mit einer Universität und dem Berufsbildungwerk zusammenarbeitet.

„Ich habe damals viel mit meiner Frau über jene Menschen diskutiert, die nach ihrem Schicksalsschlag eine zweite Chance für das Leben suchten“, sagte Kohl, der im Juni zum Ehrenvorsitzenden des Kuratoriums ernannt worden war. Es habe ihn sehr berührt, als auf der Trauerfeier für seine Frau auch zwei frühere Unfallopfer sprachen und die Betreuung in den Spezialbehandlungszentren hervorhoben. Die in der Öffentlichkeit noch viel zu selten gewürdigte Versorgung von Unfallopfern müsse daher eine stärkere Lobby finden, sagte er während eines Klinikrundgangs. Die Greifswalder Einrichtung, die von Ärztemangel und den ab 2003 veränderten Regelungen der Krankenhausfinanzierung bedroht ist, könne daher auf seine Hilfe bauen.

In dem mehr 30 Millionen Euro kostenden Greifswalder Klinikkomplex sind in den vergangenen vier Jahren 3440 Querschnittsgelähmte und Patienten mit Schädel-Hirn-Verletzungen behandelt worden. Die in den neuen Bundesländern einzigartige Einrichtung wird in Greifswald auch „das Erbe der Hannelore Kohl“ genannt. Bundesweit gibt es fünf solcher Einrichtungen, in denen Unfallopfer von der Akutversorgung bis zur Rehabilitation betreut werden.

In Greifswald bewährt sich zusätzlich ein Drei-Phasen-Modell, für das ein ganzes Netzwerk von Einrichtungen geknüpft wurde. Das Leistungsspektrum reicht von der ersten Phase mit Bewegungsübungen, Musik- und Schaukeltherapie bis zum Training alltäglicher Aktivitäten wie Wäschewaschen und Kochen. Gleich nach Abschluss der intensiven Behandlungsphase können die Patienten im benachbarten Berufsbildungswerk erste Belastungserprobungen in einem von 30 Ausbildungsprofilen absolvieren. Für die spätere ambulante Versorgung entsteht für 3,3 Millionen Euro eine Tagesklinik, die im März 2003 ihren Betrieb aufnehmen soll.

NRZ Greifswald

Das NRZ Greifswald kann auf seine Hilfe bauen, versicherte Helmut Kohl der Klinikleitung und dem BDH-Bundesvorstand.



Klinik Braunfels verabschiedet verdiente Ärztin: Frau Dr. Gerda Post

30 Jahre dem Betrieb die Treue gehalten

Am 29. Oktober wurde Dr. Gerda Post nach über 30-jähriger Tätigkeit in der Neurologischen Klinik Braunfels in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet.

Dr. G. Post

Nicht selbstverständlich: 30 Jahre lang hielt Dr. Gerda Post der Neurologischen Klinik Braunfels - seinerzeit neurologisches Sanatorium Braunfels - die Treue.

Für die Bundesleitung würdigte Stv. Bundesvorsitzender Josef Bauer, der gemeinsam mit Bundesschatzmeisterin Hella Lebrecht und der Vorsitzenden der Pensionskasse, Erika Schröder, nach Braunfels gekommen war, in einer kleinen Feierstunde die besonderen Verdienste von Dr. Post.

Es sei in der heutigen Zeit nicht selbstverständlich, dass jemand 30 Jahre, also bald ein halbes Menschenleben, seinem Betrieb die Treue halte. Sie habe das neurologische Sanatorium Braunfels noch in voller Blüte erlebt und sich insbesondere um die Belange der schwerkriegsbeschädigten Kurpatienten gekümmert.

Am Ausbau vom Sanatorium zu einer modernen neurologischen Fachklinik sei Dr. Post in hohem Maße beteiligt gewesen.

Der BDH bedanke sich herzlich für all das, was sie für die Klinik und den Verband getan habe, und wünsche ihr für ihre weitere Zukunft alles Gute.

Für die Klinikleitung dankten Verwaltungsdirektor Dietmar Demel und Ärztlicher Direktor Dr. Klaus-Dieter Böhm für die langjährige Zusammenarbeit und das besondere Engagement sehr herzlich. Insbesondere die außergewöhnliche Fürsorge für die ihr anvertrauten Patienten wurde hervorgehoben.



Patienten wünschen ganzheitliche Therapien

Müssen  Ärzte umdenken?

Immer mehr Menschen wünschen sich im Krankheitsfall eine ganzheitliche Therapie, die schulmedizinische Therapien und so genannte alternative Heilmethoden vereint. „Wer Körper und Seele als Einheit begreift, kann mit der klassischen Schulmedizin allein und ihrem Prinzip von Ursache und Wirkung nicht mehr viel anfangen“, heißt es in einer Studie über die „Einstellung der Deutschen zu Krankheit und Gesundheit“ der Stiftung „Identity Foundation“. Sie beruht auf einer Umfrage des Instituts für Demoskopie in Allensbach.

Mehr als zwei Drittel aller Befragten fordern, dass Naturheilverfahren stärker bei der Vorsorge und Behandlung genutzt werden sollen. Die Bevölkerung suche nach Alternativen und hege eine „ausgeprägte Zuneigung“ zu ergänzenden Heilverfahren.

Fast zwei Drittel der Bevölkerung glauben auch, dass sich Ärzte und Pfleger zu wenig mit Naturheilverfahren auskennen und dass sich Schulmediziner zu wenig mit alternativen Heilverfahren beschäftigen.

Die meisten Deutschen sind laut Umfrage der Meinung, dass durch Zeitmangel und andere Gründe nur oberflächlich nach den Ursachen einer Erkrankung geforscht wird und dass die Behandlung nur an den Symptomen ansetzt. Vor allem die Seele komme zu kurz, „es fehlt die ganzheitliche Sichtweise bei den Ärzten“. Fazit der Meinungsbefrager: „Ärzte und Pfleger müssen umdenken“.



Darmspiegelung jetzt Vorsorgemaßnahme

Seit dem 1. Oktober 2002 hat jeder Bürger im Alter von 55 und 65 Jahren Anspruch auf eine Darmspiegelung und Vorsorgemaßnahme. Die gesetzliche Krankenversicherungen übernehmen die Koloskopie ins Krebsfrüherkennungsprogramm.

„Wir begrüßen dies sehr. Damit stehen die Chancen gut, sowohl die Erkrankungszahlen als auch die Sterbefälle an Darmkrebs erheblich zu senken“, sagte Professor Dr. Wolff Schmiegel, Mitglied des Medizinischen Beirats der Deutschen Krebshilfe.

Ab sofort wird die komplette Darmspiegelung von den Krankenkassen als Vorsorgemaßnahme für Menschen im Alter von 55 und 65 Jahren bezahlt. Bei dieser Untersuchung können gutartige Polypen erkannt und sofort entfernt werden. Diese gelten als Vorstufe eines Darmkrebses.

Wer Interesse daran hat, dieses Angebot wahrzunehmen, um etwas für seine Gesundheit zu tun, sollte mit seinem Hausarzt Kontakt aufnehmen. Dieser überweist dann an einen Magen-Darm-Spezialisten, der die Untersuchung vornimmt. „In der Hand eines erfahrenen Arztes ist die Darmspiegelung eine sichere und schmerzfreie Maßnahme“, so Schmiegel.

Jedes Jar werden in der Bundesrepublik 57.000 Menschen mit der Diagnose Dickdarmkrebs konfrontiert, und etwa 30.000 Menschen sterben an dieser Krankheit. Damit gehört der Darmkrebs zu den drei häufigsten bösartigen Erkrankungen. Informationsmaterial über Darmkrebs kann kostenlos angefordert werden bei der Deutschen Krebshilfe, Thomas-Mann-Str. 40, 53111 Bonn.


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