Klinik-News



Hahn-Stiftung spendete „Abteilung Neuropsychologie“ in Vallendar

Videospiele mit Ernst

Sie sehen aus wie flotte Videospiele, doch sie dienen einem ernsten Zweck: Mit modernster Software und Computern können in der neuen „Abteilung Neuropsychologie“ des Rehazentrums in Vallendar Diagnosen und Therapien noch exakter und individueller ermöglicht werden. Dieses multimodale Diagnostik- und Therapiezentrum finanzierte die Andreas-Hahn-Stiftung dank eines noch nie da gewesenen Spendenaufkommens in Höhe von 65.000 Euro.

G. B. am Diagnostikgerät

Gerhard Botterbrodt testete eines der hochmodernen Diagnostikgeräte in der BDH-Klinik Vallendar.


Gerhard Botterbrodt sitzt hoch konzentriert vor dem Computer mit zwei „Ausläufern“ rechts und links des Kopfes. Er reagiert mit Tastendruck auf optische Reize vor ihm auf dem Schirm und rechts und links auf den Leuchtbändern. Nach fünf Minuten druckt der Rechner das Ergebnis aus. Für den Schatzmeister des BDH Bundesverbandes Rehabilitation war es eine Premiere, die er bei der Einweihung des Neubaus für medizinisch-berufliche Rehabilitation in Vallendar im April gerne wahrnahm. Bei ihm dürfte es dann auch keine Überraschungen hinsichtlich seiner kognitiven Fähigkeiten gegeben haben.

Anders sieht dies bei neurologisch Erkrankten aus. Funktionen wie allgemeine Orientierung, Aufmerksamkeit, Raumverarbeitung, Lernen und Gedächtnis, Wahrnehmung, exekutive und intellektuelle Funktionen müssen bei diesen Patienten untersucht und bewertet werden. Dafür arbeiten Neurologen, Krankengymnasten, Ergo- und Sprachheiltherapeuten interdisziplinär zusammen.

Nach Überzeugung von Klinikchef Ulrich Lebrecht sind gerade die De- fizite im neuropsychologischen Bereich die größten Hemmnisse auf dem Weg zur Teilhabe der Menschen mit einer Behinderung am sozialen und gesellschaftlichen Leben. „Diesem Aspekt wurde bislang zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt“, ist Lebrecht überzeugt.

Alfred Hahn und seine Frau Marianne überzeugten sich vor Ort davon, wie die Spendengelder ihrer Stiftung eingesetzt worden sind. 65.000 Euro ermöglichten diese ausgezeichnete Ausstattung in der Abteilung Neuropsychologie, die nun ihresgleichen sucht. Sogar ein berufliches Assessmentzentrum gehört dazu, in dem die Fähigkeiten der Rehabilitanden getestet werden können.

Hahn am Assessmentcenter

Marianne und Alfred Hahn (v.li.) interessierten sich sehr für das Assessmentcenter.


Seit vielen Jahren engagiert sich die Andreas-Hahn-Stiftung für die Jugendlichen der Klinik in Vallendar. Alfred Hahn und seine Frau verloren ihren Sohn, der als 14-Jähriger bei einem Autounfall so schwere Kopfverletzungen erlitten hatte, dass der Tod ihm keine Chance auf Entkommen ließ. Seit diesem unfassbaren Schicksal widmete die Familie einen Teil ihrer Kraft anderen jugendlichen Schädel-Hirn-Verletzten. Die Hahns werden getrieben von dem Wunsch, dass andere Betroffene nicht ebenso hilf- und ratlos dem Schicksal gegenüberstehen wie sie seinerzeit. So unterstützt die Stiftung auch Freizeiten, bezahlt Spezialrollstühle, übernimmt Fahrtkosten und fördert Schulungen. (aw)

Spendenkonto „Andreas-Hahn-Stiftung“, Sparkasse Koblenz (57050120), Konto 4014700




BDH-Klinik Elzach bei der REHAB

„Wir haben viele Menschen erreicht“

Bei der 15. Internationale Fachmesse für Rehabilitation, Pflege, Prävention und Integration, REHAB, Anfang Mai in Karlsruhe informierte auch die BDH-Klinik Elzach über ihr breites Leistungsspektrum, das kompetente neurologische Rehabilitation und Frührehabilitation, geriatrische Rehabilitation sowie Behandlung von Kopfschmerzerkrankungen umfasst.

BDH-Stand

Mit neuem Messeequipment und kompetenten Gesprächspartnern vertrat die BDH Klinik Elzach sich und den Verband sehr erfolgreich bei der REHAB in Karlsruhe.

Gleichzeitig vertrat die Klinik den BDH Bundesverband Rehabilitation, dessen Leistungspaket aus medizinischer und sozialer Rehabilitation auch dieses Jahr viele Besucher überzeugte. Erstmals kam das im Rahmen der überarbeiteten Corporate Identity erstellte neue Messeequipment zum Einsatz, das ein großes BDH-Banner mit dem BDHSlogan „Rehabilitation – Selbsthilfe – Leben“, ein Rollup der BDH-Klinik Elzach und neu gestaltete Giveaways wie Kugelschreiber, Luftballons und Jojos mit dem BDH-Logo umfasste.

Stets von Besuchern umlagert war eine an der BDH-Klinik Vallendar konzipierte Selbsterfahrungsübung zur Auge-Hand-Koordination, bei der unter visueller Kontrolle über einen Spiegel ein Stern mit einem Stift nachgefahren werden sollte. Ein aufs andere Mal spielte das Gehirn hier vielen Besuchern einen Streich, weil taktile und visuelle Informationen scheinbar unintegrierbar waren. „So fühlt man sich also, wenn mit dem Gehirn etwas nicht stimmt“, fasste eine junge Krankengymnastin ihre Eindrücke zusammen.

Der Messestand der BDH-Klinik Elzach lag günstig direkt am „Marktplatz Gehirn“, einem Forum rund um das Thema Neurologische Rehabilitation, den das Kuratorium ZNS der Hannelore-Kohl-Stiftung zusammen mit der Zeitschrift NOT in bewährter Manier organisiert hatte. Viele interessante Vorträge boten den Besuchern Gelegenheit, sich eingehend über Störungsbilder und Behandlungsmethoden von Hirnschädigungen zu informieren. Für die BDH-Klinik Elzach hielt Prof. Claus-Werner Wallesch, Ärztlicher Direktor der südlichsten BDH-Klinik, einen vielbeachteten Vortrag mit dem Thema „Das leichte Schädel- Hirn-Trauma“.

Auch dieses Jahr führte das Messeteam der BDH-Klinik Elzach wieder hunderte von Gesprächen, knüpfte und pflegte Kontakte und informierte über das Angebot unseres Verbandes. Positiv fiel demgemäß auch das Fazit von Bernd Fey, Geschäftsführer der Klinik aus: Wir haben viele Menschen erreicht und konnten unser Angebot überzeugend präsentieren.

Selbsterfahrungsübung

Umlagert war die Selbsterfahrungsübung zur Auge-Hand-Koordination, die bei den Besuchern oft zu überraschenden Ergebnissen führte.




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