BDH intern



Delegiertentag des BDH-Landesverbandes Nordrhein-Westfalen

Schädelhirnverletzung - Verletzung der Seele?

200.000 Menschen pro Jahr erleiden ein Schädelhirntrauma. Besonders junge Männer sind davon betroffen. Nach einer erfolgreichen und umfassenden klinischen Behandlung werden diese Menschen dann in einen Alltag entlassen, dem sie oft nur noch eingeschränkt gewachsen sind. Doch mit diesem Problem werden die Betroffenen und ihre Angehörigen dann alleingelassen. Angst und Depression sind meist die Folgen. Daher fordert der BDH Bundesverband Rehabilitation von der Gesundheitspolitik: Die Therapien dürfen nicht nur bei körperlichen Schäden anerkannt sein, sondern die Rehabilitation muss auch seelische Störungen im Blick haben.

Mit der Fragestellung „Schädelhirnverletzung - Verletzung der Seele“ befassten sich Mitglieder und Gäste des BDH Landesverbandes Nordrhein-Westfallen bei der Delegiertentagung im GSI-Gustav-Stresemann-Institut in Bonn. Nach der Begrüßung durch den Landesverbandsvorsitzenden Theo Bahr und den Grußworten des Ersten Beigeordnete der Stadt Bonn, Rüdiger Wagner, und der BDH-Bundesvorsitzenden Ilse Müller gehörte das Podium den Spezialisten: Der Ärztliche Direktor Dr. Karl-Dieter Böhm und Diplom-Psychologin Sylvia Heck (beide von der BDH Klinik Braunfels) gaben in ihren sehr informativen Referaten Antworten auf die Frage, inwieweit eine Schädelhirnverletzung auch eine seelische Verletzung nach sich ziehen kann.

Die Zahlen und Fakten sprachen eine deutliche Sprache: 200.000 Menschen erleiden jährlich ein Schädelhirntrauma, 10.000 davon bleiben schwer behindert. Betroffen sind mehr junge Männer als Frauen, mehr Radfahrer und Fußgänger als Auto- und Motorradfahrer. Neben den Verkehrsunfällen und Stürzen hat sich auch der Sport mit seiner zunehmenden Dynamik und dem steigenden Tempo zu einem erheblichen Risikofaktor entwickelt. Werden im Zuge der Rehabilitation Angst und Depression diagnostiziert, so können diese sowohl Folge der hirnorganischen Veränderung als auch einer seelischen Störung sein

Nach den Erfahrungen der Psychologin Sylvia Heck können sich bei den pflegenden Angehörigen nicht selten ebenfalls posttraumatische Belastungsstörungen, Ängste und Depressionen einstellen, da das Leben mit einem Schädelhirnverletzten natürlich auch für sie einschneidende Veränderungen bedeuteten. Doch dem werde zu wenig Beachtung geschenkt. Erschwerend komme hinzu, dass die Neuropsychologie und ihre Therapeuten hier zu Lande noch um Anerkennung kämpfen müssen. Die rund 90 Delegierten nahmen regen Gebrauch von der Möglichkeit, mit den beiden Fachleuten anschließend persönliche Fragen zu erörtern.

An den öffentlichen Teil schloss sich die Delegiertentagung an. Neben dem Geschäfts- und Kassenbericht gab es noch eine Wahl: Alexandra Winand wurde zur stellvertretenden Kassenprüferin gewählt. Sie folgt damit Brigitte Pöstges nach, die kürzlich verstarb. Die BDH-Mitglieder votierten dann einstimmig für Wesel als nächsten Tagungsort. Es freute sie auch zu hören, dass der Landesverband wieder Schulungsveranstaltungen anbieten wird. Laut Theo Bahr ist eine zweitägige Schulung Ende November in Paderborn geplant, wo es um die Renten- und die Pflegeversicherung gehen soll.

Im Zuge eines einheitlichen Erscheinungsbildes des BDH soll es auch neue Stempel geben. Der Landesverband wird für jeden der 42 Kreisverbände die Kosten für einen Stempel übernehmen. Wie gelungen sich der „neue“ BDH in der Öffentlichkeit inzwischen präsentiert, konnte während der zwei Tage in Bonn bewundert werden: Rechtzeitig zur Tagung wurden die neuen Messestände und Plakate fertig, mit denen der Verband künftig wirbt.

Der traditionelle Bunte Abend am Vorabend der Sitzung wurde auf schwankendem Boden gefeiert: Die Filia Rheni stach mit bestens aufgelegten BDH-Mitgliedern in See und nahm sie mit auf eine kleine Flussfahrt mit viel Musik und Tanz.


Begrüßung
Bundesverbandsvorsitzende Ilse Müller begrüßte die Delegierten im GSI-Gustav-Stresemann-Institut.



Forum
Landesverbandsvorsitzender Theo Bahr freute sich über das mit Diplom-Psychologin Sylvia Heck und Dr. Karl-Dieter Böhm (v.li.) kompetent besetzte Diskussionsforum.



Bunter Abend
Der Bunte Abend wurde beschwingt begangen bei einer stimmungsvollen Rheinfahrt auf der Filia Rheni.



Delegiertenversammlung des BDH Niedersachsen

Gretchen Hicken geehrt

Gr e t c h e n Hicken ist ein Muster-Mitglied, ein Beispiel für selbstloses Engagement über Jahrzehnte hinweg, eine Zierde für jeden Verband. Dies empfinden die Mitglieder des BDH Niedersachsens so und wählten die Delegiertenversammlung in Rinteln als würdigen Rahmen für ihre Ehrung.

Die Delegierten des BDH Niedersachsens suchten sich Rinteln an der Weser als Tagungsort aus und waren begeistert, wie Behinderten freundlich die Stadt und die Gastronomie eingestellt waren. Ein Lob, das Stadtbürgermeister Karl-Heinz Buchholz, Schirmherr der Veranstaltung, sicher sehr gern hört. Nach einem Empfang im Rathaus, wo sich der erweiterte Vorstand unter Führung von Wilfried Nitsche und der BDH-Bundesvorsitzenden Ilse Müller ins Goldene Buch eintrug, traf man sich im „Stadtkater“ zur öffentlichen Podiumsdiskussion.

Das Thema „Schlaganfall – und dann?“ stieß auf ein lebhaftes Interesse, das mit ein Verdienst des kompetent besetzten Expertenkreises war. Prof. Dr. Jens Rollnik, Ärztlicher Direktor der BDH-Klinik Hessisch- Oldendorf, Stefan Stricker von der Stiftung Deutsche Schlaganfallhilfe und Detlef Schäfftlein, stellvertretender BDH-Landesvorsitzender, informierten über die medizinischen und sozialen Folgen einer solchen Erkrankung und machten nachdrücklich deutlich, wie wichtig die rasche Versorgung eines Schlaganfallpatienten ist. In der Diskussion wurde deutlich, wie wichtig Aufklärungsarbeit ist.

Unter der aufmerksamen Zuhörerschaft saßen zahlreiche Ehrengäste, darunter Claudia Schröder, Präsidentin des Niedersächsischen Landesamtes für Soziales, Jugend und Familie, Bundes- und Landtagsabgeordnete aller Couleur sowie Vertreter der AOK, der DRK und der Stadtbürgermeister Karl-Heinz Buchholz.

Stargast aber war Gretchen Hicken, die für 40-jähriges verdienstvolles Wirken von der BDH-Bundesvorsitzenden Ilse Müller persönlich ausgezeichnet wurde. Ende der 60-er Jahre war Gretchen Hicken zusammen mit ihrem Mann in den BDH eingetreten, übernahm bald darauf die Verantwortung der Kasse beim KV Leer und wirkte 22 Jahre lang an der Spitze des Kreisverbandes und im Beirat des Landesvorstandes. Dann trat sie freiwillig zurück und ließ sich dennoch als Schriftführerin weiterhin in die Pflicht nehmen. „Eine phantastische Leistung“, betonte Ilse Müller.

Die BDH-Bundesvorsitzende leitete mit ihrem Grußwort auch den Delegiertentag ein. Sie lobte die Arbeit des Landesverbandes. Ilse Müller verwies auf das einheitliche Erscheinungsbild des BDH, das immer weiter Raum greift. Bei der demnächst anstehenden Installation von Homepages für jeden Kreisverband gebe es Hilfe, versprach Ilse Müller. „Der gemeinsame Auftritt ist wichtig, weil er gemeinsame Stärke zeigt“, so die Bundesvorsitzende. Ein wichtiges Thema war die Diskussion über die Öffentlichkeitsarbeit seitens der Landesverbände und die Möglichkeit, Spenden zu sammeln. Schließlich wurde noch – vorbehaltlich der Zustimmung des Kreisverbandes – Verden als Tagungsort 2011 ausgeguckt.

(aw)

Ehrung
 

BDH-Bundesvorsitzende Ilse Müller ehrte Gretchen Hicken. Niedersachsens BDH-Vorsitzender Wilfried Nitsche (v.li.) gratulierte.

Podium
 

Prof. Dr. Jens Rollnick, BDH-Vorsitzende Ilse Müller, xxx, Stefan Stricker und Uwe Janosch (v.li.), Klinikchef in Hessisch-Oldendorf, standen Rede und Antwort beim Thema Schlaganfall.

Diskussion
 

Die Podiumsdiskussion stieß auf ein lebhaftes Interesse.



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